Silicon Salvation: Die Neuerfindung des Heiligen in Code, Anime und Games

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Datum: 30. Juni 2026Zeit: 17:00 – 20:00Ort:

FAU WiSo
Lange Gasse 20, 90403 Nürnberg
Raum 0.423 Untergeschoss Neubau|

Eine dreiteilige Expedition in unsere post-humanistische Zukunft: Von (Robo-)Messianismus über Anime-Spiritualität bis hin zu religiösen Motiven in Videospiele im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals

#Technology#Gaming#Entertainment
Vortrag I: 17:00 - 18:00 - Ramy Abdin

Willkommen im Zeitalter des (Robo-)Messias

Die Idee der Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine ist längst keine Fiktion beworbener Hollywood-Blockbuster mehr. Unweigerlich liegt das Leitbild des kybernetischen Organismus dem Bereich des Trans- bzw. Posthumanismus zugrunde, wo der Cyborg als Vorstufe zur Digitalisierung menschlichen „Bewusstseins“ betrachtet wird. Gleichsam sehen Transhumanisten wie Peter Thiel und Nick Land in der Beschleunigung der technologischen Entwicklung, den Weg in ein Heilszeitalter, geprägt von technokratischen Kapitalismus-Monarchien. Muss der Mensch zur Maschine werden, um eine technologische Weltordnung zu etablieren – etwa als Bastion gegen den Antichristen? Ein religionswissenschaftlicher Einblick in die religiöse Rezeption technologischer Phänomene wie jene des Cyborg und deren endzeitliche Bedeutung, sind Dreh- und Angelpunkt dieses Vortrags.
Vortrag II: 18:00 - 19:00 - Jan Gehm

Was haben Anime mit Religion und Technologie zu tun? Zwischen Geist, Künstlicher Intelligenz, Göttern und Cyborgs

In Anime begegnen uns oft futuristische Städte, hochtechnisierte Gesellschaften, atemberaubende Natur und übermächtige Wesen mit außergewöhnlichen Kräften. Diese Werke sind zwar häufig Science‑Fiction oder Fantasy, greifen jedoch zugleich sehr konkrete Lebensbezüge auf. Als vorwiegend in Japan verwurzelte Erzählform thematisieren Anime regionale Traditionen, Glaubensvorstellungen, Rituale, technologischen Fortschritt und Sinnfragen – und übersetzen sie in die Gegenwart.
Der Vortrag zeigt, wie Serien und Filme religiöse und technologische Motive verknüpfen: Wo werden Spiritualität, Gottesbilder und Rituale sichtbar – und wie verändern Cyborg‑Körper, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung den Blick auf Identität, Verantwortung und Gemeinschaft? Welche Vorstellungen von Gott und Göttern, von Glaube, Moral, Technik und Zusammenleben werden verhandelt?

Vortrag III: 19:00 - 20:00 - Dr. Nathanael Riemer

Mankind getunt: Was Cyborgs und Videospiele mit Religion zu tun haben

Die Erde, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2026: In diesem Vortrag geht es um die Abenteuer der gamenden Menschheit, die mit ihrer rund 3,4 Milliarden starken Besatzung unterwegs ist, um sich selbst zu erforschen, ihre Körpersimulationen zum Gegenstand des technischen Wettrüstens zu machen und durch Optimierungszwang in fantastische Bereiche vorzudringen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Cyborgs gehören zum festen Personal von Videospielen. Angefangen von Syndicate (1993) und BioForge (1995) über Return to Castle Wolfenstein (2001) bis hin zu Cyberpunk 2 „Orion“ (2030) sollen die religiösen Motive der Cyborgisierung kritisch unter die Lupe genommen werden: Wird unser Spiel in einem "mankind devided" enden?
Empfohlen für: - digital-affine Vordenker und „Techies“, die über den Tellerrand von reinem Code hinausblicken und die tiefen philosophischen sowie ethischen Implikationen unserer technologischen Zukunft verstehen wollen- popkulturbegeisterte Menschen, die zwischen Gaming-Communities, Anime-Fandoms und Silicon-Valley-Visionen nach den neuen Sinnfragen einer vernetzten Welt suchen
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Details

Datum:
30. Juni 2026
Zeit:
17:00 – 20:00
Ort:
FAU WiSo
Lange Gasse 20, 90403 Nürnberg
Raum 0.423 Untergeschoss Neubau|
Preise:

kostenfrei

Anmeldung:
https://nuernberg.digital/de/events/2026/silicon-salvation-die-neuerfindung-des-heiligen-in-code-anime-und-games
Veranstaltungskategorien:
Vorträge und Workshops