Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft zu stärken und demokratische Kompetenzen durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit Religion zu fördern hat das BaFID zum 1. Juni 2026 das Modellprojekt „Religions for Democracy“ gestartet. Gefördert wird dies durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
Das Projekt: Religion als demokratische Ressource
Demokratische Gesellschaften leben von gemeinsamen Werten wie Menschenwürde, Freiheit und Solidarität. Religiöse Traditionen können diese Werte fundieren und stärken – sie bergen jedoch auch das Risiko der Instrumentalisierung für antipluralistische Zwecke.
Hier setzt das Projekt „Religions for Democracy“ an: Wir untersuchen die Ambivalenz religiöser Traditionen und analysieren systematisch, welche Potenziale Judentum, Christentum und Islam für die Stärkung unserer Demokratie bereithalten. Das Projekt versteht sich als innovativer Beitrag zur politischen Bildung sowie zur Prävention von religiös begründetem Extremismus.
Unser Ansatz: Interreligiös-diskursive Kompetenz
Im Mittelpunkt steht nicht die isolierte Betrachtung einzelner Religionen, sondern die Wechselbeziehung zwischen den drei monotheistischen Religionen und ihr Beitrag zu einer pluralen Gesellschaft.
Zwei Kernkonzepte leiten unsere Arbeit:
- Interreligiös-diskursive Kompetenz: Die Fähigkeit, religiöse Traditionen kontextbezogen zu verstehen, kritisch zu reflektieren und religiöse Deutungen in einen gemeinsamen, demokratischen Verständigungshorizont zu übersetzen.
- Religious Literacy: Die Förderung eines fundierten Verständnisses religiöser Traditionen und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung in einer zunehmend säkularen und pluralen Welt.
Digitale Bildungsformate: Videos & Materialien
Kern des Modellprojekts ist die Produktion von bis zu neun wissenschaftlich fundierten Kurzvideos (jeweils 2–4 Minuten). Die Videos behandeln zentrale Themen an der Schnittstelle von Religion und Demokratie, darunter:
- Religionsfreiheit und religiöse Pluralität
- Autorität, Legitimität und Gleichberechtigung
- Religiöse Zugehörigkeit sowie das Verhältnis von Religion und Politik
Zusätzliche Angebote: Ergänzend zu den Videos entwickeln wir fundierte Hintergrundtexte, didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial sowie Social-Media-Formate. Um internationale und migrationsbezogene Zielgruppen optimal zu erreichen, werden die Videos mit englischen und arabischen Untertiteln versehen.
Zielgruppen, Praxistransfer und Synergien
Die Materialien richten sich an Schulen (Schülerinnen und Schuler sowie Lehrkräfte) sowie an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der politischen Bildung, der Integrationsarbeit, der Erwachsenenbildung und in öffentlichen Institutionen.
- Qualitätssicherung: Alle Materialien werden an Projektschulen und Bildungseinrichtungen in verschiedenen Bundesländern erprobt und kontinuierlich evaluiert. Workshops, Fortbildungen und öffentliche Diskussionen begleiten die Umsetzung.
- BaFID-Synergien: Das Projekt ist eng mit bestehenden BaFID-Formaten verzahnt. Insbesondere die Ringvorlesung Bayerisches Interreligiöses Kolleg sowie die Video- und Buchreihe Key Concepts in Interreligious Discourses (KCID) werden systematisch integriert.
Unser Ziel: „Religions for Democracy“ verbindet Religionswissenschaft, Theologie, Demokratietheorie und politische Bildung. Wir präsentieren religiöse Vielfalt nicht als Herausforderung, sondern als demokratische Ressource – für eine nachhaltige Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und unserer demokratischen Resilienz.
📣 Einladung zur Kooperation: Werden Sie Partner-Schule!
Das BaFID-Projekt „Religions for Democracy“ (gefördert durch die bpb) sucht Schulen, die neue digitale Bildungsmaterialien zu Judentum, Christentum und Islam im Unterricht erproben und mitgestalten möchten.
Das bringen Sie ein:
- Einsatz der Videos & Materialien im Unterricht
- Feedback von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern zur Praxistauglichkeit
Das gewinnen Sie: Auszeichnung als Vorreiter-Schule, Nennung in Publikationen und starke Social-Media-Sichtbarkeit.
