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SUMMARY:Tischa beAw
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DESCRIPTION:9. Aw 5785 Die Aufforderung des Gedenkens (Sachor) an verg
 angene Schicksalsschläge ist ein bedeutender Aspekt des Judentums. Di
 ese Aufforderung des gemeinschaftlichen Erinnerns spielt am neunten Ta
 g des Monats Aw eine zentrale Rolle. Denn an diesem Trauer- und Fastta
 g wird vielen Katastrophen gedacht\, die nach traditioneller Sicht im 
 himmlischen Gericht über das jüdische Volk verhängt wurden. Im Mitt
 elpunkt der Trauer stehen vor allem die Zerstörung des ersten und zwe
 iten Tempels sowie die Schleifung Jerusalems als Folgen verschiedener 
 Aufstände gegen die jeweiligen Weltmächte. Der neunte Aw ist ein ric
 htiger Fastentag: Essen und Trinken\, Körperpflege und Intimitäten s
 ind verboten. Man verzichtet auf das Grüßen und sitzt beim Synagogen
 besuch entweder auf dem Boden oder niedrigen Sitzgelegenheiten\, um di
 e Trauer auszudrücken. Aus demselben Grunde unterbleibt das übliche 
 Studium des Talmuds. Dafür werden biblische Bücher und Klagegedichte
  gelesen\, die während der Verfolgungen des europäischen Mittelalter
 s entstanden sind. In vielen dieser Texte ist das Gedenken an die von 
 Gott verhängten Drangsale mit dem Bekenntnis der eigenen Sünden\, Re
 ue und Buße verbunden. Das Schuldgeständnis des Menschen möchte Got
 t von willkürlichen Strafen freisprechen und erklärt das Böse in de
 r Welt als etwas\, das auf den Menschen selbst zurückzuführen ist. I
 m Laufe der jüdischen Geschichte entwickelte sich dieses Schuldgestä
 ndnis zur feststehenden Redewendung „wegen unserer vielen Sünden“
 \, die im Zuge jeder Erwähnung von Unglück erwähnt wird und – wie
  dies auch für das Jiddische in Franken belegt ist – die Bedeutung 
 von „leider“ einnimmt.
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