Am 8. Juli 2026 fand im Rahmen der Kooperation mit dem BIBEL MUSEUM BAYERN ein Vortrag über die Moschee-Kathedrale von Córdoba statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg und dem Spirituellen Zentrum im eckstein realisiert. Dr. Ekkehard Wohlleben, Pfarrer und Leiter der Stadtakademie, übernahm die Einführung des Referenten.
In seinem Vortrag sprach Jan Gehm über die wechselvolle islamisch-christliche Geschichte des über 1200 Jahre alten Gotteshauses in Andalusien, das bis heute ein bedeutendes Zeugnis der Präsenz des Islams im Westen darstellt. Dabei ging es nicht nur um die Architektur des Gebäudes selbst, sondern auch um das historische Zusammenleben von Christen und Muslimen in jener Epoche.
Darüber hinaus beleuchtete Jan Gehm die jüngere Geschichte der Mezquita sowie die Debatten des 21. Jahrhunderts, die sich rund um die Moschee-Kathedrale ranken. Am Beispiel dieser Kontroversen zeigte er gegenwärtige Dynamiken des christlich-islamischen Miteinanders auf. Dabei wurde deutlich, dass das Bauwerk weit mehr als ein Denkmal von historischer Bedeutung ist – an ihm werden vielmehr gesellschaftliche Diskurse sichtbar, die bis heute nachwirken: Während auf der einen Seite Bestrebungen existieren, die islamische Geschichte des Gebäudes zugunsten der christlichen Kathedrale auszublenden, fungiert die Mezquita auf der anderen Seite als zentraler Erinnerungsort an die Blütezeit von al-Andalus.
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3/3Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum stand die Rolle religiöser Gebäude in der Gegenwart im Fokus. Diskutiert wurde insbesondere, wie eng Emotionen und Identitäten mit steinernen Zeugen der Geschichte verknüpft sein können – eine Frage, die sich mit Blick auf die Sakralbauten vor Ort ebenso in der Region Nürnberg stellen lässt.
