In Zeiten spürbarer gesellschaftlicher Spannungen und tiefgreifender politischer Debatten gewinnt die Kooperation zwischen Religionsgemeinschaften und staatlichen Institutionen eine existenzielle Bedeutung. Am vergangenen Montag wurde in München ein entscheidendes Dokument der Öffentlichkeit präsentiert: Das Bayerische Dialogforum „Religion und Integration“ stellte eine umfassende „Gemeinsame Erklärung“ vor. Die unterzeichnenden Vertretungen unterschiedlicher Glaubensrichtungen setzen damit ein unmissverständliches Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das friedliche Miteinander und den Schutz unserer demokratischen Werteordnung.
Ein Meilenstein gegen Spaltung und Vorurteile
Das im Herbst 2025 auf Initiative des bayerischen Innen- und Integrationsministeriums etablierte Gremium versteht sich als lebendige Begegnungsplattform. Es bringt Spitzenvertreter der christlichen Kirchen, jüdischer, muslimischer sowie buddhistischer Gemeinschaften mit Wissenschaft und Politik zusammen. Ziel ist es, Vorurteilen durch Information und ehrliche Kommunikation direkt entgegenzuwirken. Häufig sind es die mangelnden Berührungspunkte und Defizite im Wissen über andere Kulturen, die den Nährboden für Ausgrenzung, Extremismus und religiöse Intoleranz bereiten. Dem stellt das Bündnis nun transparente und von Respekt geprägte Strukturen entgegen.
Besonders die jüngsten globalen Konflikte, wie die Eskalation im Nahen Osten, hatten den interreligiösen Austausch – insbesondere den jüdisch-muslimischen Dialog – vor immense Zerreißproben gestellt und teilweise zum Erliegen gebracht. Umso deutlicher formulierten die Akteure in München den gemeinsamen Willen, den Gesprächsfaden auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen nicht abreißen zu lassen. Dialogabbruch und Schweigen würden das Feld letztlich nur den radikalen Kräften überlassen.
Rückenwind für die Arbeit des BaFID
Das klare Bekenntnis des Dialogforums zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und die Absicht, Räume für wertschätzende Begegnungen und Wissensvermittlung zu schaffen, spiegelt die Kernaufgaben unseres Forschungszentrums wider. Es unterstreicht nachdrücklich die gesellschaftliche Relevanz wissenschaftlich fundierter Diskurskompetenz.
„Die historische Initiative des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, die Religionen als aktive Mitgestalter eines friedlichen und demokratischen Zusammenlebens auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Grundgesetzes zu gewinnen, deckt sich in herausragender Weise mit den Kernprinzipien des BaFID. Sie verleiht unserer wissenschaftlichen und praktischen Arbeit spürbaren zusätzlichen Rückenwind und bestärkt uns nachhaltig in der Umsetzung unserer laufenden Initiativen – allen voran des vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration finanzierten Projektes ‚Interreligiös-diskursive Wertevermittlung in der Integrationsarbeit‘ und dem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Modellprojekts ‚Religions for Democracy‘.“ — Prof. Dr. Georges Tamer, Direktor des BaFID
Prävention durch Dialog und Aufklärung
Die Erklärung verdeutlicht, dass Religionen eine explizite Schlüsselrolle bei der Bewahrung des inneren Friedens zukommt. Das BaFID sieht sich durch diese Entwicklungen auf politischer Ebene darin bekräftigt, die wissenschaftliche Aufarbeitung interreligiöser Dynamiken weiter zu intensivieren und praxisnahe Bildungsformate anzubieten. Nur durch verlässliche Räume des Austauschs, in denen Differenzen respektiert und Gemeinsamkeiten betont werden, lässt sich ein wirksamer Schutzschild gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und jegliche Form von Diskriminierung errichten.
👉 Weitere Informationen zum Dialogforum Religion und Integration finden Sie hier: Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
