Zwischen Seele und Wissenschaft: Was „Leben“ in den monotheistischen Traditionen bedeutet

Was ist der Sinn des Lebens im Kontext religiöser Glaubenssysteme? Eine neue Anthologie der Reihe „Key Concepts in Interreligious Discourses“ (KCID) widmet sich dieser grundlegenden Frage. Der von Ramy Abdin und Georges Tamer von der FAU Erlangen-Nürnberg herausgegebene Band beleuchtet den Begriff „Life“ aus der Perspektive des Judentums, des Christentums und des Islam.

Die Frage nach dem Wesen des Lebens ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch während die Naturwissenschaften biologische Prozesse analysieren und die klassische Philosophie nach logischen Definitionen sucht, bieten die monotheistischen Weltreligionen einen weitaus facettenreicheren Ansatz.

Ein ganzheitlicher Blick auf das Leben

In den Traditionen des Judentums, des Christentums und des Islam geht der Begriff des „Lebens“ weit über rein biologische Erklärungsmodelle hinaus. Die Aufsätze in diesem Band zeigen, wie diese drei Religionen zu einem Verständnis gelangen, das verschiedene Dimensionen miteinander verknüpft:

  • Biologische Grundlagen: Das Leben als physisches Geschenk und Wunder.
  • Ethische Verantwortung: Sein Leben nach moralischen Maßstäben ausrichten.
  • Kosmologische Einbettung: Der Platz der Menschheit in einem göttlichen Heilsplan.

Ein zentrales Element des monotheistischen Denkens ist der Begriff der Seele. Er dient als untrennbares Bindeglied, ohne das ein umfassendes Verständnis des „Lebens“ in diesen Traditionen nicht möglich wäre.

Tradition im Dialog mit der Moderne

Der Band deckt ein breites Spektrum an Themen ab, von klassischen, traditionellen Perspektiven bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart. Besonders faszinierend ist das Spannungsfeld zwischen modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und theologischen Konzepten. Wie lässt sich der Glaube an die Schöpfung mit der modernen Biologie in Einklang bringen? Wo ergänzen sich Theologie und Wissenschaft, und wo entstehen Reibungspunkte?

Über die Herausgeber

Der Band wurde von Ramy Abdin und Prof. Dr. Georges Tamer vom Lehrstuhl für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft an der FAU Erlangen-Nürnberg herausgegeben. Beide bringen ihre Expertise im interreligiösen Dialog ein, um einem breiten wissenschaftlichen Publikum grundlegende Konzepte unserer Existenz zugänglich zu machen.

Mit diesem Band setzt das BaFID seine Arbeit fort, Schlüsselkonzepte der drei monotheistischen Religionen systematisch miteinander zu vergleichen und so zu einem tieferen Verständnis zwischen den Kulturen beizutragen.

👉 Den vollständigen Band finden Sie hier: Link zur neuen Veröffentlichung